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	<title>Kommentare zu: Die größere Null</title>
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		<title>Von: mikis</title>
		<link>http://pantelouris.de/2009/12/16/die-grosere-null/comment-page-1/#comment-577</link>
		<dc:creator>mikis</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Dec 2009 19:42:58 +0000</pubDate>
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		<description>@Wolfgang Michal: Sie finden, wen würde das überraschen, schon wieder die besten Worte für das, was ich immer unzureichend mit &#039;Teilnahme&#039; zu umschreiben versucht habe. Und auf dieser Ebene, bis zu der allerdings Sir Döpfner nicht gedacht haben dürfte, ergibt seine Kommunismustheorie tatsächlich endlich einen Sinn – und wir freien, quasi in die Gesamtgemeinschaft sozialisierten Produzenten widersetzen uns dem Kapital zumindest so weit, dass wir die Würde der eigenen Arbeit aufrecht erhalten, während die Fließbandproduzenten in den Textfabriken langsam verdorren (wir vergessen gerne, dass Henry Ford am Anfang nur zwei Prozent seiner Arbeiter – mit viel Schmerzensgeld – halten konnte. Die anderen kündigten schnell wieder). Ich habe den Iken, ehrlich gesagt, als Satire auf sich selbst verstanden und den Niggemeier als platzenden Kragen, den ich aber auch gut verstehe, weil sich hinter der Satire eben eine echte Gefahr verbirgt: Die momentane Springer-Satire-Show auf alles, in der ein Iken die Gratiskultur beschimpft und dann die Parodie einer Paywall aufbaut, in der ein Diekmann die Aufmerksamkeits-Ökonomie veralbert, indem er in ihrem Oberflächenfilm herumprollt und dafür Medienmann des Jahres wird (obwohl in seinem Hauptjob die Zahlen so sind, dass einige andere den Preis eher verdient hätten) und in der ein Döpfner auf Kommunisten schimpft, aber die Enteignung einer Firma zugunsten eines (deklarierten) Allgemeingutes fordert – diese Satire-Show könnte am Ende das Internet, wie ich es verstehe, in diesem Land durch schlechte Gesetze weit gehend zerstören.
Insofern halte ich es für wichtig – so sehr ich mich ihrem Weltverlag verbunden fühle – darauf hinzuweisen, dass wir in diesem Fall nicht die Kommunisten sind, sondern – im Gegenteil – die angeblich marktwirtschaftlichen Verlagshäuser mit ihrem Leistungsschutzrecht. Marktwirtschaftlich wäre doch: Wenn sie es sich nicht leisten können, im Internet zu publizieren, dann sollen sie aufhören und die Klappe halten. Fertig. Wenn ich einen Weg finde, eine Webseite zu betreiben, dann sollte man denken, der Springerverlag kann es auch (kaidiekmann.de ist doch ein gutes Beispiel). Aber es zwingt sie keiner. Das ist der Markt. Wenn sie sich auf Dinge einlassen wollen, die keinen Markt darstellen (wir könnten das Netz ja auch als politischen Diskussionsraum verstehen), dann können sie sich um staatliche Hilfe bemühen – und der Slogan von der Enteignung Springers würde doch noch Wirklichkeit. Aber Subventionen vom Mitbewerber zu fordern ist nicht einmal mehr Klassenkampf. Das ist Wegelagerei.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Wolfgang Michal: Sie finden, wen würde das überraschen, schon wieder die besten Worte für das, was ich immer unzureichend mit &#8216;Teilnahme&#8217; zu umschreiben versucht habe. Und auf dieser Ebene, bis zu der allerdings Sir Döpfner nicht gedacht haben dürfte, ergibt seine Kommunismustheorie tatsächlich endlich einen Sinn – und wir freien, quasi in die Gesamtgemeinschaft sozialisierten Produzenten widersetzen uns dem Kapital zumindest so weit, dass wir die Würde der eigenen Arbeit aufrecht erhalten, während die Fließbandproduzenten in den Textfabriken langsam verdorren (wir vergessen gerne, dass Henry Ford am Anfang nur zwei Prozent seiner Arbeiter – mit viel Schmerzensgeld – halten konnte. Die anderen kündigten schnell wieder). Ich habe den Iken, ehrlich gesagt, als Satire auf sich selbst verstanden und den Niggemeier als platzenden Kragen, den ich aber auch gut verstehe, weil sich hinter der Satire eben eine echte Gefahr verbirgt: Die momentane Springer-Satire-Show auf alles, in der ein Iken die Gratiskultur beschimpft und dann die Parodie einer Paywall aufbaut, in der ein Diekmann die Aufmerksamkeits-Ökonomie veralbert, indem er in ihrem Oberflächenfilm herumprollt und dafür Medienmann des Jahres wird (obwohl in seinem Hauptjob die Zahlen so sind, dass einige andere den Preis eher verdient hätten) und in der ein Döpfner auf Kommunisten schimpft, aber die Enteignung einer Firma zugunsten eines (deklarierten) Allgemeingutes fordert – diese Satire-Show könnte am Ende das Internet, wie ich es verstehe, in diesem Land durch schlechte Gesetze weit gehend zerstören.<br />
Insofern halte ich es für wichtig – so sehr ich mich ihrem Weltverlag verbunden fühle – darauf hinzuweisen, dass wir in diesem Fall nicht die Kommunisten sind, sondern – im Gegenteil – die angeblich marktwirtschaftlichen Verlagshäuser mit ihrem Leistungsschutzrecht. Marktwirtschaftlich wäre doch: Wenn sie es sich nicht leisten können, im Internet zu publizieren, dann sollen sie aufhören und die Klappe halten. Fertig. Wenn ich einen Weg finde, eine Webseite zu betreiben, dann sollte man denken, der Springerverlag kann es auch (kaidiekmann.de ist doch ein gutes Beispiel). Aber es zwingt sie keiner. Das ist der Markt. Wenn sie sich auf Dinge einlassen wollen, die keinen Markt darstellen (wir könnten das Netz ja auch als politischen Diskussionsraum verstehen), dann können sie sich um staatliche Hilfe bemühen – und der Slogan von der Enteignung Springers würde doch noch Wirklichkeit. Aber Subventionen vom Mitbewerber zu fordern ist nicht einmal mehr Klassenkampf. Das ist Wegelagerei.</p>
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		<title>Von: Wolfgang Michal</title>
		<link>http://pantelouris.de/2009/12/16/die-grosere-null/comment-page-1/#comment-573</link>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Dec 2009 17:59:40 +0000</pubDate>
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		<description>Man kann die Sache auch mal so betrachten: Wir „Webkommunisten“ (Sir Döpfner) arbeiten seit Jahren kostenlos in einem riesigen Weltverlag, der unsere Inhalte verwertet. Anteile an diesem Weltverlag halten die Zugangsprovider und die Suchmaschinen. Erstere kassieren die Nutzer-Abos (ca. 25 Euro pro Monat und Nase), letztere kassieren den Großteil der Werbeeinnahmen (Milliarden!). Nur wir Webkommunisten, die wir die Inhalte produzieren, bekommen gar nichts (bzw. Brosamen: Sie, Michalis, haben im letzten Monat 6,37 Euro mit Werbung eingenommen). Wir wollen darüber nicht klagen, denn wir sind ja Webkommunisten. 
Was mich an der Debatte stört, ist, dass die oben geschilderten Fakten gern unter den Tisch gekehrt werden. Ich habe nichts dagegen, dass die Webkommunisten gegen die Webkapitalisten kämpfen (Klassenkampf macht Laune), aber ich wünschte mir, die Kämpfer (auch die Niggemeiers und Ikens) würden mal ein paar Schritte von ihren kleinen Scharmützeln zurück treten und einen Moment lang die Realität dieses gigantischen Weltverlags betrachten.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Man kann die Sache auch mal so betrachten: Wir „Webkommunisten“ (Sir Döpfner) arbeiten seit Jahren kostenlos in einem riesigen Weltverlag, der unsere Inhalte verwertet. Anteile an diesem Weltverlag halten die Zugangsprovider und die Suchmaschinen. Erstere kassieren die Nutzer-Abos (ca. 25 Euro pro Monat und Nase), letztere kassieren den Großteil der Werbeeinnahmen (Milliarden!). Nur wir Webkommunisten, die wir die Inhalte produzieren, bekommen gar nichts (bzw. Brosamen: Sie, Michalis, haben im letzten Monat 6,37 Euro mit Werbung eingenommen). Wir wollen darüber nicht klagen, denn wir sind ja Webkommunisten.<br />
Was mich an der Debatte stört, ist, dass die oben geschilderten Fakten gern unter den Tisch gekehrt werden. Ich habe nichts dagegen, dass die Webkommunisten gegen die Webkapitalisten kämpfen (Klassenkampf macht Laune), aber ich wünschte mir, die Kämpfer (auch die Niggemeiers und Ikens) würden mal ein paar Schritte von ihren kleinen Scharmützeln zurück treten und einen Moment lang die Realität dieses gigantischen Weltverlags betrachten.</p>
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